Pornosucht – Fakten, Hintergründe und Hilfen

Nach neuesten Forschungen hat das Problem „Pornosucht“ in den letzten Jahren deutlich zugenommen, also Anlass genug hier über die relevanten Fakten, Hintergründe und Hilfen zu berichten. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch den Siegeszug des Internets einerseits und die Lockdown Maßnahmen während der Corona-Pandemie ab dem Frühjahr 2020.

Die Lust an der Lust beschäftigt Menschen jedoch schon seit Menschengedenken. Obwohl wenig über die Frühformen der Sexualität in der Menschheitsgeschichte bekannt ist, ist davon auszugehen, dass sich mit zunehmender Kapazität des Gehirns die sexuelle Lust und die sexuellen Phantasien immer weiter differenziert und spezialisiert haben. Erste pornographische Höhlenzeichnungen stammen aus dem Zeitalter des Neolithikums vor 15.000 Jahren. Sie zeigen Frauen mit runden Formen und fokussieren auf Symbole weiblicher Fruchtbarkeit. Steinzeitmänner dürften diese Motive verewigt haben.

Hintergründig geht es wohl um die Sehnsucht nach Frauen und intensivem Sex. Die Bilder sind ein Sinnbild für sexuelle Erregung durch Visualisierung weiblicher Körper. Später tauchen dann im antiken Griechenland – vor allem im Zusammenhang mit dem Dionysos-Kult – oftmals erotische Darstellungen von weiblichen und männlichen Körpern auf. Auch das indische Kamasutra gibt ein vielfältiges Zeugnis von der Darstellung lustvoller Szenen und Handlungen. Die Darstellung erotischer Szenen dürfte überwiegend eine Leidenschaft von Männern gewesen sein. Der Begriff Pornographie (altgriechisch) bedeutet so viel wie das Beschreiben und Malen von Dirnen. Es geht also im weitesten Sinne um die Darstellung von Sexualität mit Huren. 

Verhaltenssucht, Sexsucht, Pornosucht – Fakten, Definitionen und Kriterien

Grüßer & Thalemann (2006) gingen in ihrem Standardwerk zu Verhaltenssüchten von 3-6% Betroffenen unter Erwachsenen aus, mit mehr als 90% ganz überwiegend Männer. Dies wären – konservativ geschätzt ca. 2 Mill. Männer! Die Pornosucht ist dabei mit 2-3% eine der häufigsten Verhaltenssüchte, oft kombiniert mit anderen Suchtproblemen, wie etwa Alkohol- und Drogenproblemen oder Glücksspielsucht. Sie kann aber auch als alleine, isolierte und hochspezialisierte Suchtstörung auftreten. 

Dabei ist Sexsucht von Hypersexualität zu unterscheiden. Hypersexualität bedeutet das übermäßige Beschäftigtsein mit sexuellen Phantasien, Begierde und ggf. auch Handlungen, vor allem Masturbation. Sexsucht umfasst meist die genannten Kriterien der Hypersexualität, ist aber von der Gesamtsymptomatik noch enger zu fassen. Sie hat als weitere Kriterien die völlige oder weitgehende Unfähigkeit, den sexuellen Impulsen und dem Verlangen nach Selbstbefriedigung zu widerstehen, eine deutliche Zunahme der Konsum- und Masturbationsaktivitäten, den Hang zu stärkeren, härteren Formen sexueller Handlungen und den starken Rückzug in eine sexuelle Schein- und Phantasiewelt. Die von Sexsucht betroffenen Personen sind mit mehr als 95% Männer.

Viele Sexsüchtige sind alleinlebende Männer und solche mit geringen oder gar keinen realen sexuellen Erfahrungen. Allerdings dürfte der Anteil der in Partnerschaften lebenden sexsüchtigen Männer bis zu der Hälfte aller Sexsüchtigen ausmachen. Eine spezielle Form der Sexsucht ist die Pornosucht, die sich auf den exzessiven, nicht oder kaum mehr kontrollierbaren Konsum pornographischen Materials (Bilder, Videos) im Internet bezieht. Davon sind fast nur Männer betroffen. Schätzungsweise 97% aller Pornosüchtigen sind männlichen Geschlechts, wobei durchaus verschiedene sexuelle Orientierungen auftauchen (heterosexuell, homosexuell, bisexuell, transsexuell). Wie alle Verhaltenssüchte entwickelt sich auch die Pornosucht schleichend. Dies liegt vor allem daran, dass die Anzeichen einer Abhängigkeit (unkontrollierbares Verlangen, Dosiserhöhung, psychische Entzugssymptomatik, Vernachlässigung des sozialen Lebens) aufgrund von Scham- und Schuldgefühlen abgewehrt und verzerrt wahrgenommen und verarbeitet werden.

Wissenschaftliche Studien zur Pornosucht – Blick in neuronale Schaltkreise

Eine Studie der Arbeitsgruppe „Neuronale Plastizität“ am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf UKE (Kühn & Gallinat, 2014) zeigte, dass Männer mit hohem Pornokonsum (meist deutlich über 4 Stunden pro Woche) einen signifikant verkleinerten „nucleus caudatus“ (Schweifkern) aufwiesen. Dieses Areal im Gehirn ist für die Wahrnehmung von Belohnungen zuständig. Dieser Befund könnte ein Hinweis sowohl auf Ursache des Phänomens als auch auf eine Folge des überhöhten Pornokonsums sein. Im erstgenannten Fall würde sich daraus ein „Hunger“ nach starken Belohnungsreizen herleiten. Im letztgenannten Fall würde die Verringerung der Größe des nucleus caudatus die Folge einer chronischen Überreizung darstellen.

Die Probanden erfüllten tendenziell häufiger die Symptome einer Internetsexsucht und wiesen auch öfter einen erhöhten Alkoholkonsum auf und waren obendrein stärker depressiv. Gleichzeitig wurde ein Abstumpfungsprozess festgestellt, der in einer abnehmenden Aktivierung des linken Putamens sichtbar wurde, und zwar umso deutlicher, je mehr Pornos die männlichen Probanden konsumierten. Das Putamen (von lat. Putamen = „Schale“, „Hülse“) gehört zu den Kerngebieten des Großhirns und ist damit Teil der Grauen Substanz des Gehirns. Es bildet zusammen mit dem Nucleus caudatus das Corpus striatum (kurz: Striatum). Das Striatum ist für das Zusammenwirken von Motivation, Emotion, Kognition und dem Bewegungsverhalten auf neuronaler Ebene zuständig, regelt also auch die Suche nach lustvollen Erlebnissen und die motvationale Stärke sexueller Impulse.

Darüber hinaus wurden die Defizite im Belohnungssystem bei der Gruppe extensiver Pornokonsumenten in einer „unerwartet schwachen Verbindung zwischen Schweifkern und dorsolateralem präfrontalem Kortex“ deutlich. Nicht geklärt sei bis dato der kausale Zusammenhang, also ob Personen mit dysfunktionalem Belohnungssystem (neben anderen Süchten) vermehrt Pornos konsumierten oder ob der erhöhte Konsum sich schädigend auf die kontrollierenden Gehirnfunktionen des präfontalen Kortex auswirke.

Hintergründe – Die Funktionalität des Pornokonsums

Der Pornokonsument bekommt beim Betrachten von Fotos und noch mehr von Filmen ein vorübergehendes Schein- oder Surrogatgefühl von Macht über Frauen und genießt meist die Benutzung und Erniedrigung von Frauen beim Sexualakt, den er im Porno beobachtet. Die Beobachtung wird zum Akt der symbolischen Inbesitznahme und Machtausübung über das Sexualobjekt im Film. Dies wirkt sich auf den Beobachter sehr verstärkend und bestätigend aus. Das Selbstbelohnungszentrum des Gehirns wird stark angesprochen.

Es geht dem Konsumenten dabei um die Erfüllung von Wünschen, Sehnsüchten und Phantasien, die sich immer mehr steigern können. Dies hat einen hohen neuronalen Verstärkereffekt. Dadurch wird das Verhalten in seiner Häufigkeit (Frequenz) gefördert und kann zur Gewohnheit und schließlich auch zur Sucht werden. Dies bedeutet dann, dass die Selbstkontrolle über Häufigkeit und Dauer des Pornokonsums nicht mehr vom Konsumenten gesteuert werden kann. Dadurch kommt es oft zu täglich mehr als 4 Stunden Pornokonsum. Im wöchentlichen Verlauf geschieht der Pornokonsum dann täglich oder fast täglich.

Wichtige Kriterien einer Pornosucht sind der Kontrollverlust über Dauer und Frequenz des Konsums, die Erhöhung der Härte der konsumierten, der zunehmende Verlust des Realitätsbezugs der eigenen Sexualität und Leben in einer erotischen Scheinwelt, exzessives, unkontrolliertes Masturbieren, Unfähigkeit zu längeren Abstinenzphasen, Rückzug von sozialen und partnerschaftlichen Kontakten, Vereinsamung und Isolation sowie am Ende bisweilen Nachlassen der Libido und Erektionsfunktion. 

Pornokonsum – Fast Food für das Gehirn

Das Wirkprinzip der Pornographie besteht im Herbeiführen einer starken, schnellen Erregung durch visuelle Reize mit einer anschließenden, meist schnellen Erregungsabfuhr. Die visuellen Reize wirken wie ein Brandbeschleuniger, der ein schnelles Feuer erzeugt, was dann aber sehr schnell auch wieder erlischt. Es entsteht ein Kreislauf aus sofortiger Erregung, schneller Erregungsabfuhr und dann bald wieder neuerliche Erregung durch immer stärker Reize. Nach der schnellen Selbstbefriedigung tauchen in der Regel negative Gefühle auf, oft Schamgefühle, aber auch Schuldgefühle und depressive, niedergeschlagene Befindlichkeit sind möglich. Diese negativen Emotionen werden zum Auslöser für Beseitigungshandlungen durch neuen Erregungsaufbau. 

Pornographie insgesamt regt die sexuelle Phantasie kurzfristig mit intensiven visuellen Reizen übermäßig stark an, zerstört sie aber langfristig durch die unrealistischen hypersexuellen Bilder, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Für das Gehirn ist die Erregung vergleichbar mit der schnellen Anflutung einer Drogenwirkung, die so intensiv ist, dass alles andere unwichtig wird, und nach dem Abklingen schnell wieder das Verlangen nach neuer Erregung („Dosis“) aufkommt. 

Es entsteht insbesondere bei jungen Pornokonsumenten die Idee einer normativen sexuellen Performance, wie Sexualität funktionieren muss, die aber weit von jeglicher Realität entfernt ist. Die meisten Betrachter können unbewusst nicht zwischen Fake und Realität unterscheiden, auch wenn ihnen die Künstlichkeit der pornographischen Filmsequenzen theoretisch durchaus klar ist. 

Pornokonsum schafft keine bessere Sexualität und schon gar keine besseren Partnerschaften. Es handelt sich um eine vollkommene Schein- und Traumwelt, die sich im Inneren der Betrachter immer mehr breitmacht und starke Macht über sein Denken, Fühlen und Verhalten gewinnt.

Hilfen – Was kann ein Betroffener für sich tun?

Meist besteht der erste Schritt nach einer langen Zeit des Leidens darin, den Suchtcharakter des eigenen Verhaltens zu entdecken. Der Pornokonsument erlebt immer wieder selbstbezogene Demütigung und Minderwertigkeit, weil er an die agierenden Personen hinsichtlich Attraktivität, Libido und sexueller Performanz nicht heranreicht. Jeder Pornokonsum enthält für den Betrachter – und nicht nur die Betrachteten – herabwürdigende negative Botschaften. Machen Sie sich erst mal immer wieder klar, dass Ihnen jedesmal, wenn Sie Porno schauen, eine Scheinwelt präsentiert wird.

Das wichtigste Ziel der milliardenschweren Pornoindustrie ist, dass Sie wiederkommen und immer mehr und immer härteres Material sehen wollen. Wenn sich dies so entwickelt, handelt es sich um den klassischen Suchtmechanismus der Toleranzerhöhung, verbunden mit Dosissteigerung. Außerdem entsteht immer wieder Verlangen, die begehrten lustvollen Objekte zu betrachten, so dass der Benutzer immer häufiger zum Konsum zurückkehren muss. Und Sucht bedeutet Abhängigkeit, oder noch deutlicher, Sklaverei („addiction“). Der Prozess der Suchentwicklung verläuft schleichend und überwiegend unbewusst (siehe auch „Sucht als Wahrnehmungs- und Denkstörung: Kognitive Abwehr und Verzerrungen bei Suchtstörungen“). Der Betroffene verhindert durch kognitive Abwehrmechanismen, dass er die Problematik seines Handelns und die Schwere seines Abhängigkeitsproblems frühzeitig wahrnimmt. Am Ende ist es meist so, dass die Sucht sich entwickelt hat, bevor der Abhängige es vor sich selbst realisiert und akzeptiert.

Wirkprinzip des Pornokonsums auf Sie

Pornokonsum bedeutet, die Neugierde an der sexuellen Lust zu manipulieren, das erotische Spiel zum Zwangshandeln werden zu lassen. Aus Neugierde wird Gier, aus Lust wird Zwang, die Freude an Erotik und Sex verkommt zu schneller Erregungsabfuhr mit anschließendem Tiefpunkt. Pornographie hijackt Ihr Selbstbelohnungssystem im Gehirn, macht Sie abhängig von ständigen Wiederholungen und Steigerungen des Pornokonsums.


Auch für Männer, die auf andere Weise keinen Blick auf Sexualität mit Frauen bekommen, ist Pornokonsum nicht wirklich hilfreich, sondern auf die lange Sicht schädlich. Sie fühlen sich immer minderwertiger und einsamer. Bis man die Sucht bemerkt und sich zugesteht, ist es oft schon sehr spät. Bis dahin hat sich meist schon exzessives Masturbieren in Kombination mit den pornographischen Reizen entwickelt und der Konsument befindet sich in einer kompletten Scheinwelt.

Es gibt viele Gründe für die Entstehung einer Pornosucht

Die Gründe für die Entwicklung einer Pornosucht sind so vielfältig wie bei anderen Suchterkrankungen. Es gehören vor allem auf Seiten des Individuums dazu: Hoher Alltagsstress, Langeweile, Einsamkeit, Verzweiflung, abgekühlte Sexualität, mangelnder Körperkontakt. Die Beziehung zu Frauen kann auch innerlich gestört sein. Bisweilen herrschen Rachegefühle nach Enttäuschungen und Zurückweisungen (Misogynie) und Hass auf Frauen vor. Machen Sie sich klar, dass Sie niemals von allen Frauen zurückgewiesen werden. Vielleicht haben Sie gerade auf die falschen, unpassenden Frauen bei Ihrer Suche fokussiert und erleben deshalb immer wieder Zurückweisungen. 

Innerlich können aber auch Ängste vor echter Intimität und Nähe vorherrschen. Durch Zurückweisungen, Kränkungen und Einsamkeit kann es auch zu Depressionen kommen. Oft herrscht auch eine Selbstentfremdung vom eigenen Körper, der Lust und Sexualität im Hintergrund vor. 

Auf der gesellschaftlichen Ebene sind heutzutage die breite Verfügbarkeit von Pornoangeboten und die niedrigschwelle Verfügbarkeit Gründe für die Zunahme der Zahl der Betroffenen. Besonders Kinder und Jugendlich sind faktisch nur unzureichend geschützt und werden oft schon sehr früh mit massiven Pornoreizen „angefixt“, was eine Gefahr für die Gewöhnung des Gehirns an Überstimulation darstellt.

Erste Tipps zum Einstieg für Betroffene, die ihren Pornokonsum überprüfen und in der Folge ändern wollen:

Leitfragen zum Einstieg: 

(1) Was suchen Sie „eigentlich“ im Pornokonsum? Was fehlt Ihnen wirklich?

(2) Von was wollen Sie sich befreien? Was halten Sie im Alltag schlecht aus?

(3) Wie schwer fällt es Ihnen, auf Pornokonsum zu verzichten?

Wenn Sie jetzt weitermachen wollen, fünf Tipps zur Hilfe:

(1) Denken Sie über Ihren Pornokonsum und Ihre Sexualität als Mann nach! Erkennen Sie das Ungesunde und für Sie Demütigende am Pornokonsum!

Exzessiver Pornokonsum verändert vieles in ihrem Gehirn (was sich zunächst euphorisch und positiv anfühlt) und ihrem Verhalten, was Ihnen bei näherer Betrachtung nicht gefallen wird. Kurzfristig gibt es Ihnen ein Hochgefühl, sorgt für Erregung und Erektion. Darauf ist Pornographie auch angelegt. Das schnelle High. Mit Porno ist es im Bereich Lust und Erregung wie mit Junk-Food im Bereich des Essens. Schnell verzehrt, kurzfristig sattmachend und höchst ungesund! Und nach kurzer Zeit schon wieder Appetit. Darauf ist der Ablauf im Kern angelegt. Schneller Sex muss im realen Leben nicht schlecht sein, aber er sollte in einen reizvollen phantasievollen und erregenden Kontext eingebaut sein. Besser ist der genussvolle, langsame-schnelle Sex im Wechsel. Seien Sie Ihr eigener Regisseur beim Sex mit Ihrer Partnerin oder auch mit sich selbst!

Exzessiver Pornokonsum sorgt aber nicht nur dafür, dass Sie immer wieder davon und mehr haben wollen, sondern auch für die Zerstörung der Lust im wahren Leben, jedenfalls in den meisten Fällen. Manche Paare benutzen Pornographie als Stimulans für ihre Sexualität. Aber in den meisten Fällen funktioniert dies nicht, zumindest nicht auf Dauer. Der Appetit bezieht sich dann nur auf die Traumbilder in den Pornos. Riesige Brüste, runde Hintern, hammergroße Schwänze. Im realen Leben ist dies so selten wie – sagen wir ein 5er im Lotto. Beim Betrachten bekommen Sie immer mehr das Gefühl: Das ist normal, das muss so sein – und Sie selbst bringen es nicht! Und beim Vergleich nach dem schnellen Masturbieren merken Sie schnell, dass Ihre Realität ganz anders aussieht. Das sorgt für ein niederschlagendes Gefühl: Scham, Minderwertigkeit, Ohnmacht. Setzen Sie sich diesem Kreislauf nicht aus, nicht länger aus. Es führt zu nichts Gutem

Im Grunde ist der Porno für Sie als Mann demütigend. Sie kommen real nicht zum Zug, Sie schauen zu, wie ein anderer (scheinbar ultra potenter Mann) super attraktive Frauen fickt. In kurzen Worten: Man will Sie mit dieser Scheinwelt kurzfristig stimulieren, hintergründig aber demütigen und frustrieren. Sie werden nie eine solche Frau – wie in den Filmen – haben! Und das ist auch eine der hintergründigen Botschaften: Sie sind nicht gut genug! Verlassen Sie diese Welt, die Sie nur abhängig machen will!

(2) Befreien Sie sich von der Abhängigkeit vom Pornokonsum!

Pornofilme sind so angelegt, dass Sie davon süchtig werden. Sie sorgen für den schnelle Kick, den schnellen Höhepunkt, übererregen das Innere, ohne Ihnen wirklich etwas zu geben. Was danach kommt, zählt nicht. Hinterher kommen oft Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle, Ekel, Selbsthass usw. Es entsteht obendrein ein völlig unrealistisches Frauenbild, das nicht realitätstauglich ist. Im Extremfall kommt es auch zum Realitätsverlust. Um diese Gefühle und negativen Zustände schnell wieder loszuwerden, bedient sich der User neuerlichen Pornokonsums. So können schier endlos lange Schleifen des Konsums und Wiederholungen entstehen. Der Konsum wird zum Zwang! Das Gehirn will immer Reize, sie sind wie Futter.

Wenn der einzelne Reiz stark ist, freut sich das Gehirn, will dann aber immer mehr davon und überlistet Ihre Kontrollinstanzen. Es ist wie mit einem Sylvester Knaller: Lauter Wumms, dann vorbei. Oder auch viel Lärm um (fast) nichts. Porno ist wie ein sexueller Hamburger: Macht nicht richtig lange satt, erzeugt Gier nach mehr!

Damit sie erkennen, wie die Pornoindustrie sie mit ihren Fast-Food-Produkten überlistet und abhängig macht oder schon gemacht hat, werfen Sie einen realistischen, selbst-schonungslosen Blick auf sich, ihr Leben, ihren Alltag. Protokollieren Sie Ihre Konsumzeiten! Schreiben Sie auf, was Alternative Beschäftigungen sein könnten und machen Sie sich auf den Weg, diese zu erreichen! Steigen Sie aus! Sofort.

(3) Machen Sie den Test!

Sind Sie sexsüchtig oder pornosüchtig? 

Ein Zeichen kann sein, dass Sie schon öfter versucht haben, mit dem Pornokonsum aufzuhören, weil sie nicht mehr wollten, oder dass sie zumindest versucht haben, ihn einzuschränken. Dies aber erfolglos. Ein genauerer Selbsttest gibt dann schon mehr Aufschluss. Sie finden bei der eingeblendeten Adresse einen solchen, schon recht verlässlichen Test (www.sex-therapie.info). Hier werden dann Fragen nach Dosissteigerung, Zunahme der Online-Zeiten, Schuld- und Schamgefühle, sexuelle Befriedigung im realen Leben usw. gestellt. Sie werden es vielleicht schon lange geahnt haben, dass etwas mit Ihrem Pornokonsum nicht stimmt. Da eine Abhängigkeit schneller entsteht, als man das normalerweise wahrhaben will, gibt es Selbsttests zur ersten groben Einschätzung. Seien Sie so frei und mutig es zu überprüfen! Dann können Sie sich auf den Weg zu einem besseren, zufriedenerem Leben machen.

(4) Schaffen Sie sich neue Freiheiten! Bringen Sie echte Qualität in Ihr Leben!

Da die Sucht nach Pornographie immer mehr zur Unfreiheit und Versklavung führt, ist es wichtig, dass sie sich nachdem Sie den Entschluss zum Ausstieg gefasst haben neue Freiheiten schaffen. Je früher, desto besser. Ihr Gehirn und Ihre Sexualität werden es Ihnen danken! Aber auch, wenn Sie schon sehr lange Pornographie konsumieren, lohnt sich der Ausstieg. Es ist eben wie mit einer Sucht. Die Freiheit kehrt erst dann wieder in Ihr Leben zurück – Stück für Stück –, wenn Sie aufgehört haben. 

Stoppen Sie alte, ungesunde Rituale! Löschen Sie alle gespeicherten Bilder und Videos. Wenn es Ihnen sehr schwerfällt, ist der Löschungsakt der erste Schritt zur Befreiung. Umschiffen Sie aktiv und voller Achtsamkeit die Webseiten, die Sie bisher so anziehend fanden. Werden Sie wieder Kapitän im eigenen Haus, Ihrem Gehirn! Wenn Rückfälle passieren, ist dies gar nicht so ungewöhnlich. Betrachten Sie, in welchen Situationen der Rückfall aufgetreten ist, wie Sie sich fühlten, was die Auslöser waren und … Verändern Sie die rückfallauslösenden Kontexte. 

Da Pornokonsum immer im Alleinsein stattfindet, begrenzen Sie jetzt die Zeiten Ihres Alleinseins! Und füllen Sie diese mit genussvollen, achtsamen Aktivitäten: Lesen, Tagebuch, Sport, soziale Kontakte. Werden Sie (wieder) ein sozial aktiver und vernetzter Mensch!  Wenn Sie es nicht schaffen, weniger alleine zu sein, schaffen Sie sich angenehme Beschäftigungen mit sich selbst oder suchen Sie nicht sexualisierte Kontakte im Internet!

Vertrauen Sie sich einer Person Ihres absoluten Vertrauens an und erzählen ihr alles, was zu Ihrer Pornosucht gehört! Sie können auch eine Hotline, Internetberatung (z.B. www.hellobetter.de; www.instahelp.me) oder einen Psychotherapeuten aufsuchen. Wenn Sie die erste Schwelle überwunden haben, werden Sie sehen, dass die Selbstöffnung und das Sprechen mit einer Person ihres Vertrauens Ihnen mehr als guttun. 

(5) Bauen Sie neue Inhalte und Genussroutinen auf

Sie werden viel mehr Zeit haben, wenn Sie ausgestiegen sind. Diese neugewonnene Zeit und Freiheit sollten Sie bewusst füllen, mit Dingen, die Ihnen tatsächlich guttun. Wenn Ihnen nichts einfällt, schauen Sie im Internet nach „Listen angenehmer Tätigkeiten“ (z.B. diese hier). Wenn Sie zuletzt keinen realen Sex mehr hatten, bauen Sie schrittweise etwas Neues auf

Ganz allgemein: Bauen Sie Wohlfühlmomente und –rituale in Ihrem Leben auf. Auch darüber sollten Sie am Anfang eine Liste führen oder diese in Ihr Tagebuch eintragen. 

Wenn Sie ein Mann sind, der noch nie Sex hatte und eine Lösung in Porno sah, ist es gut, wenn Sie sich von diesem Irrweg befreien. Suchen Sie sich dafür einen Wegbegleiter (Sherpa), einen Psychotherapeuten (siehe z.B. www.therapie.de oder Coach)! Was auch immer Sie jetzt tun: Viel Erfolg und alles Gute auf dem Weg zu einem zufriedenerem, pornofreien Leben!

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