Zum 19. Interdisziplinären Kongress für Suchtmedizin vom 05.07. bis 07.07.2018 in München referierte Prof. Michael Klein vor mehr als 400 Fachkräften aus der Suchtmedizin zu den Entwicklungs- und Lebensbedingungen der Kinder methamphetaminabhängiger Eltern. Besonders in Sachsen, Thüringen und in der bayerischen Oberpfalz sind Familien von der Abhängigkeit eines Elternteils vonn Methamphetamin („Crystal Meth“) betroffen. Werden die Eltern dieser Kinder rechtzeitig durch koordinierte Hilfen der Frauenärzte, Hebammen, der Jugend- und Suchthilfe erreicht und zur Veränderung ihres Suchtverhaltens in Richtung Abstinenz bewegt, bestehen gute Chancen auf eine suchtspezifische Behandlungsaufnahme. Bei methamphetaminabhängigen Eltern besteht dann eine fast 80-ige Chance, dass sie im Behandlungsprogramm bleiben und damit sehr oft auch ihre Abstinenz festigen. In einem vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) finanzierten Projekt wurde von einer Arbeitsgruppe am Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) unter Prof. Michael Klein ein elternspezifisches Beratungs- und Behandlungsprogramm entwickelt und evaluiert. Dieses als SHIFT-Elterntraining (Suchthilfe- und Familientraining) bezeichnete Programm besteht aus acht Modulen zur Förderung der Familienresilienz und hat die oben beschriebenen guten Ergebnisse bezüglich Akzeptanz und Verbleib bei der Studie mit mehr als 80 methamphetaminabhängigen Eltern erreicht. Ein Transfer des SHIFT-Programms zu allen illegalisierten Drogen und in alle bundesdeutschen Regionen ist nunmehr geplant.

[Michael Klein, Köln, 12.07.2018]