Seite 2 von 12

INSTAGRAM – eine Gefahr für die psychische Gesundheit von Jugendlichen?

Dass soziale Netzwerke das Alltagsverhalten vor allem junger Menschen nachhaltig verändert haben, ist schon länger bekannt. Neben den „Klassikern“ Schüler-VZ, Studie-VZ, Facebook, die teilweise schon wieder vom Markt verschwunden sind, hat insbesondere Instagram mit seiner Betonung des Visuellen eine marktwichtige Position – mit weltweit mehr als 1 Mrd. Usern – erreicht. Doch ist alles so harmlos und einfach, wie es die Anbieter meist selbst suggerieren? Immer stärker zeigt sich, dass besonders Jugendliche dem Druck des Schönseins und Dazugehörens nicht gewachsen sind. Der Schönheitsstress, den Instagram mit der Plattform zur weltweiten Selbstinszenierung bietet, lässt die Schwachen und Hässlichen „alt aussehen“. Einsamkeit, Mobbing und Isolation sind die möglichen sozialen Folgen. Die Risiken sind insbesondere für selbstunsichere Jugendliche gegeben. Wenn sich dann noch Follower aus dem näheren Umfeld ohne Begründung abmelden, kann dies als narzisstische Kränkung das Selbstwertgefühl tief erschüttern und eine depressive Krise auslösen. Ebenso schaffen es Jugendliche bisweilen nicht, sich Profilen zu entziehen, die psychischen Stress und negative Gefühle auf sie ausüben. Wie ein Magnet kann der Zwang zum Schönsein und zur Selbstabwertung im Vergleich mit anderen diese Personen dauerhaft beeinträchtigen. Dass ein großer Teil, vor allem der Bildinhalte, in den sozialen Netzwerken „bearbeitet“ und „optimiert“, und somit Fakes sind, ist vielen der jungen User nicht klar und setzt sie verstärkt unter Druck. In zwei kurzen Radioreportagen auf 1LIVE der Journalistin Victoria Just im Gespräch mit Usern und Prof. Michael Klein werden Risiken und Lösungsmöglichkeiten erörtert.

(MK, 24.02.2019)

 

Suchterkrankungen erfassen ganze Familiensysteme. Über 3 Millionen Kinder und Jugendliche wachsen in Deutschland mit suchtkranken oder psychisch erkrankten Eltern auf. Im Gespräch mit Professor Dr. Michael Klein soll es darum gehen, was die häufigsten Suchterkrankungen sind und welche Auswirkungen die Suchterkrankungen auf die betroffenen Kinder und Jugendlichen haben.

Cannabis und Alkohol sind gerade wegen Ihrer berauschenden Wirkung beliebt. Dabei ist die eine Droge verboten, die andere in unserer Kultur weit verbreitet. Ich möchte herraus finden was bei einem Cannabis- und Alkoholrausch genau passiert, und welche Folgen und Risiken der Konsum hat. Dazu macht Tomaltix ein Selbstexperiment bei dem er verschiedene Aufgaben einmal bekifft und einmal betrunken bewältigen muss, und er lässt sich von Experten wie dem Leiter des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventationsforschung Prof. Dr. Klein, dem Referent für Suchtprävention der BZgA Andreas Kalbitz, und dem YouTuber Openmind aufklären.

Die Thumbnails werden von unseren Servern geladen und es werden keine YouTube Cookies gesetzt. Wenn du jedoch auf den Play-Button klickst, kann und wird YouTube Informationen über dich sammeln.

Paritätische Positionierung – Kinder psychisch kranker Eltern: Verstehen, aufklären, entstigmatisieren

BERLIN – Der Deutsche Bundestag hat 2017 den Antrag „Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern“ beschlossen. Hierbei wurde gefordert, eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe einzuberufen. Die Arbeitsgruppe konstituierte sich im März 2018, um Empfehlungen zur Verbesserung der Versorgung von Kindern psychisch kranker Eltern zu erarbeiten.  Zusätzlich zur Arbeitsgruppe hat der Bundestag in dem o.g. Antrag auch beschlossen, dass die Bundesregierung Aufklärungsmaßnahmen starten soll, um die Bevölkerung über psychische Erkrankungen aufzuklären und Fachkräfte, die mit den betroffenen Kindern in Kontakt kommen, zu sensibilisieren. Darüber hinaus sollen mithilfe einer Entstigmatisierungskampagne psychische Erkrankungen enttabuisiert werden. Die Bundesregierung hat dazu bisher nichts unternommen.  Der Paritätische fordert die Bundesregierung deshalb jetzt auf, die Aufklärungsmaßnahmen für die Bevölkerung und die Fachkräfte sowie die geplante Entstigmatisierungskampagne 2019 bundesweit zu starten und die dafür notwendigen finanziellen Mittel in angemessenem Umfang  bereitzustellen. Darüber hinaus ist das Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“ in Ausbildung und Studium aller beteiligten Fachkräfte zu verankern. Lesen Sie hier mehr zu dem Thema. / https://nacoa.de/node/1299

 

Frühe Hilfen, kommunale Präventionsketten und elterliche Suchtstörungen – koordinierte Hilfen nötig!

Kommunale Präventionsketten entstehen in Deutschland an immer mehr Orten. Sie sollen die präventive Arbeit vor Ort koordinieren und optimieren, besonders im Hinblick auf Kinder in prekären Lebenslagen wie z.B. Armut, Ausgrenzung, Gewalt. In der Region Weimar wird koordinierte Prävention als Präventionskette schon länger praktiziert – mit guten Erfolgen. Zu einem Fachtag luden Stadt, Kreis und Suchthilfe in Thüringen nun ein.

Dass diese wichtige Präventionsarbeit nicht ohne die transgenerationale Perspektive auf elterliche psychische Störungen und Suchtkrankheiten geschehen kann, machte Prof. Michael Klein bei einer Fachtagung der Stadt Weimar, des Landkreises Weimarer Land und der Suchthilfe in Thüringen (SiT) am 21.11.2018 in der Weimarer Marie-Seebach-Stiftung deutlich. Weil die exponierten Kinder, insbesondere in der Schwangerschaft bei mütterlichem Substanzkonsum, aber auch in der frühen Kindheit besonders gefährdet sind und unter weiteren Stressoren, wie z.B. Gewalt, Armut und Ausgrenzung der Familie, leiden, kann hier das Konzept der Präventionskette frühzeitig greifen. Die Lebenslage des Kindes soll durch begleitende Hilfen und Förderung und Beratung der Eltern verbessert werden. Sind die Eltern suchtkrank, muss ihre suchtspezifische Behandlung auch das Thema Eltern und Erziehung umfassen. Wichtig dabei ist die Sensibilität der Fachkräfte für die besonderen Risiken durch Suchtstörungen und andere schwere psychische Krankheiten der Eltern. Während für die Eltern motivierende Angebote zur Behandlung und zur Verbesserung der Elternkompetenz bereitstehen (wie z.B. MUT!, SHIFT), sollten die Kinder frühzeitige Hilfen zur Förderung der Resilienz und Salutogenese (wie z.B. TRAMPOLIN) erhalten. Hierunter wird der psychisch gesunde Umgang mit hohem chronischem Alltagsstress in der Familie verstanden.

(MK) Köln, 25.11.2018

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2019 addiction.de

Theme von Anders NorénHoch ↑