Anlässlich der diesjährigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Suchttherapie e.V. (deQus) vom 05.02. bis 06.02.2019 in Kassel referierte Prof. Michael Klein zum Problem psychischer Probleme und Störungen bei Suchttherapeuten. Diese galten in der Forschung lange als besonders gefährdet, Stress- und Burnoutopfer zu werden. Es konnte jedoch in neueren Studien der Berufsfeldforschung zur Suchttherapie gezeigt werden, dass Suchttherapeutinnen und Suchttherapeuten über eine insgesamt gute psychische Gesundheit verfügen. Dies könnte zum einen daran liegen, dass schon eher sehr psychische gesunde, resiliente Personen Suchtherapeuten werden, zum anderen aber auch daran, dass die Tätigkeit im Feld der Suchttherapie sich langfristig positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirkt, etwa durch vertiefte Selbsterfahrung und intensive menschliche Begegnungen. Positive Effekte können auch durch Teamarbeit und Supervision entstehen. Allerdings machen die von Prof. Michael Klein durchgeführten und vorgestellten Forschungsarbeiten auch deutlich, dass knapp ein Viertel der Suchttherapeuten über psychische Probleme und oft auch körperliche Beschwerden berichtet. Wichtig wird die Bewältigung der Zukunftsanforderungen im Bereich der psychischen Komorbidität der Suchtkranken werden, was sich in komplexeren und schwierigen Therapieprozessen ausdrückt. Auch die zunehmende Wichtigkeit digitaler Innovationen wird die Suchttherapie verändern und die Arbeitsbedingungen der Suchttherapeuten verändern. Der Beitrag von Prof. Michael Klein mit dem Titel „Psychische Belastungen und deren Bewältigung bei Fachkräften in der Suchthilfe. Studienergebnisse – Implikationen – Lösungen“ ist hier downloadbar.