Dass soziale Netzwerke das Alltagsverhalten vor allem junger Menschen nachhaltig verändert haben, ist schon länger bekannt. Neben den „Klassikern“ Schüler-VZ, Studie-VZ, Facebook, die teilweise schon wieder vom Markt verschwunden sind, hat insbesondere Instagram mit seiner Betonung des Visuellen eine marktwichtige Position – mit weltweit mehr als 1 Mrd. Usern – erreicht. Doch ist alles so harmlos und einfach, wie es die Anbieter meist selbst suggerieren? Immer stärker zeigt sich, dass besonders Jugendliche dem Druck des Schönseins und Dazugehörens nicht gewachsen sind. Der Schönheitsstress, den Instagram mit der Plattform zur weltweiten Selbstinszenierung bietet, lässt die Schwachen und Hässlichen „alt aussehen“. Einsamkeit, Mobbing und Isolation sind die möglichen sozialen Folgen. Die Risiken sind insbesondere für selbstunsichere Jugendliche gegeben. Wenn sich dann noch Follower aus dem näheren Umfeld ohne Begründung abmelden, kann dies als narzisstische Kränkung das Selbstwertgefühl tief erschüttern und eine depressive Krise auslösen. Ebenso schaffen es Jugendliche bisweilen nicht, sich Profilen zu entziehen, die psychischen Stress und negative Gefühle auf sie ausüben. Wie ein Magnet kann der Zwang zum Schönsein und zur Selbstabwertung im Vergleich mit anderen diese Personen dauerhaft beeinträchtigen. Dass ein großer Teil, vor allem der Bildinhalte, in den sozialen Netzwerken „bearbeitet“ und „optimiert“, und somit Fakes sind, ist vielen der jungen User nicht klar und setzt sie verstärkt unter Druck. In zwei kurzen Radioreportagen auf 1LIVE der Journalistin Victoria Just im Gespräch mit Usern und Prof. Michael Klein werden Risiken und Lösungsmöglichkeiten erörtert.

(MK, 24.02.2019)